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Sonntag, 22. Juli 2012

Rezension: Claudia Gray - Evernight


Rezension



Autor: Claudia Gray
Titel: Evernight
Verlag: Penhaligon
Originaltitel: Evernight
Teil einer Reihe?:  Ja, 1. Band
Gebundene Ausgabe, 381 Seiten
Preis: 18.95€
ISBN-13: 978-3764530457


Klappentext
Eine Liebe auf Leben und Tod
Als ich Lucas kennen lernte, war ich davon überzeugt, er sei der einzige normale Mensch in meiner Umgebung. Dabei hat er ein Geheimnis, das nicht nur alles auf den Kopf stellt, woran ich glaube - es könnte auch meine Familie und allen, die ich kenne, den Tod bringen.
 
Inhalt
Erster Satz
"Der brennende Pfeil bohrte sich in die Wand."
Bianca beginnt ihr neues Schuljahr im Evernight-Internat. Begeistert ist sie davon gar nicht. Dann begegnet sie Lucas, der ihr Leben um einiges erträglicher macht. Bis zu dem Zeitpunkt an dem Lucas' Geheimnis herauskommt - Er ist in einer Gesellschaft, die Vampire jagt. Ein Vampirjäger auf einer Vampir-Schule - Dass, das Konsequenzen haben muss steht fest. Lucas flieht zusammen mit Bianca und es kommt zu einem traurigen Abschied.


Zitat
"Ich sagte mir immer wieder, dass die Wahrheit um ihrer selbst willen wert war, erzählt zu werden, und das glaubte ich auch. Aber das machte es mir nicht leichter, der Tatsache ins Auge zu blicken, dass mein Geständnis sinnlos gewesen war.
Lucas war für immer fort.
(S. 250)

Meinung

Evernight hat mir richtig gut gefallen und unglaublich überrascht! Zunächst dachte ich das ganze wäre wirklich ein normales Internat und Lucas sei der "außergewöhnliche" - Doch dann stellte sich das Ganze ganz anders heraus. Zwar war Lucas einer der wenigen die wirklich "nicht dazugehörten", jedoch andersherum als gedacht. Das machte das Ganze für mich sehr außergewöhnlich und zu was Neuem. 
Der Schreibstil ist einfach und man kann die Geschichte leicht in einem Rutsch lesen. Die Charaktere sind mir sehr sympatisch und auch die Geschichte um die Personen, die bisher leider nur kurz angerissen wurden scheinen spannend zu sein. Ich hoffe, dass im zweiten Teil diese weitergeführt werden. 
Auch sehr amüsant finde ich die Geschichten rund um die Technologie-Stunde, bei denen die Vampire (die teilweise doch recht alt sind) mit Email, Ipod und andere Technologie bekannt gemacht werden. Das sorgt für lustige Lesemomente. 
Die Liebesgeschichte um Lucas und Bianca, die eigentlich nicht sein darf, steht im ersten Teil noch nicht so sehr im Mittelpunkt, womit das Ganze nicht ganz so kitschig und gefühlsüberladen ist - Trotzdem spielt sie natürlich eine wichtige Rolle. Bis jetzt hab ich das Gefühl, dass es so ein bisschen Romeo und Julia-mäßig aufgezogen wird. Aber das wird sich ja noch zeigen.
Auch bin ich gespannt aus welchem Grund nun wirklich, seit vielen hundert Jahren, zum ersten Mal Menschen auf die Evernight-Akademie zugelassen wurden.  

Fazit

Evernight ist ein schöner Fantasy-Vampir-Roman, der das Leben ein wenig auf den Kopf stellt - Denn nun sind die Menschen einmal die "anderen". Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht. Volle Punktzahl, pH 0 für Gray's Erstlingswerk. :-)




Das Buch in 3 Worten


überraschend ~ spannend ~ phantasievoll
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Rezension: J.R.R. Tolkin - Der kleine Hobbit


Rezension



Autor: J.R.R. Tolkin
Titel: Der kleine Hobbit
Verlag: Dtv
Originaltitel: The Hobbit
Teil einer Reihe?:  Nein
Taschenbuch, 336 Seiten
Preis: 9.90€
ISBN-13: 978-3423085595


Klappentext
Vorbei ist es mit dem beschaulichen Leben des angesehenen Bilbo Beutlin, seit er sich auf ein Abenteuer eingelassen hat, das Hobbitvorstellungen bei weitem übersteigt. Nicht nur, dass er sich auf eine Reise von der Dauer eines Jahres begibt, er lässt sich auch vom Zwergenkönig und seinen Genossen als Meisterdieb unter Vertrag nehmen und verpflichtet sich, den Zwergen bei der Rückgewinnung ihres geraubten Schatzes zu helfen.
Inhalt
Erster Satz
"In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit."
Der junge Bilbo Beutlin wird von Gandalf dem Zauberer und einer Horde Zwerge zu einem Abenteuer überredet, an dem er jedesmal aufs neue Zweifelt, sobald sie sich in einer Gefahr befinden. Er wird von den Zwergen als Meisterdieb eingestellt und soll, aufgrund seiner hobbit'schen Fähigkeiten oftmals die Gegend auskundschaften und beobachten. Das eigentliche Ziel dieser Reise ist die Zurückeroberung des Zwergenschatzes, welcher von dem Drachen Smaug gestohlen und nun bewacht wird. Auf den Weg in den Nordosten von Mittelerde durchleben die Gefährten einige Abenteuer: Sie müssen gegen Orks kämpfen, sich vor Wölfen retten und werden von Elben gefangen gehalten. Sie finden jedoch auch viele neue Freunde, zum Beispiel die Adler und Beron, denen sie ihr Leben verdanken. Ein essentieller Teil der Geschichte ist die Begegnung von Bilbo mit Saurons Ring und Gollum, welches die Grundlage zu "Der Herr der Ringe" darstellt. Die Geschichte vom kleinen Hobbit erzählt also nicht nur ein Abenteuer, sondern eine ganze Abenteuerreise, die sich über ein Jahr hinweg durchzieht.


Zitat
"Jetzt bist du ganz und gar hineingerasselt, Bilbo Beutlin, sagte er zu sich selbst. Du hast dich damals in der Nacht, als die Gesellschaft bei dir zusammenkam, auf dieses Abenteuer eingelassen, und nun sieh zu, wie du wieder herauskommst. Du liebe Zeit! Für soviel Dummheit muss man bestraft werden!" (S. 236)

Meinung

Der kleine Hobbit hat mir nicht ganz so gut gefallen wie Der Herr der Ringe. Der Schreibstil war anders und gewöhnungsbedürftig, ich hab mich nie richtig daran gewöhnt, weshalb ich auch relativ lange gebraucht habe um das Buch durchzulesen.
Die Abenteuer an sich finde ich schon ganz schön, jedoch war die ganze Geschichte einerseits sehr langatmig (ich hatte nach 3 Seiten das Gefühl 30 gelesen zu haben), aber andererseits wirkte vieles auch (zu) kurzgefasst und abgehackt... unfertig einfach. Eine wirkliche Spannung baut sich in dem Buch auch nicht auf, es gibt zwar kleine Spannungskurven aber die sinken genauso schnell wieder wie sie gekommen sind. Mit Der Herr der Ringe entsteht eine ganze Welt rund um Mittelerde, das hat man im Hobbit überhaupt nicht gemerkt. 
Die Charaktere hingegen haben mir ganz gut gefallen. Besonders gemocht habe ich Beron, dessen Geschichte leider auch nur kurz erzählt wurde. Auch die Passage mit den Adlern fand ich sehr schön. Nicht ganz so gut gefallen hat mir das letzte "große" Abenteuer, weshalb die Reise überhaupt begonnen hat - Die Zurückgewinnung des Schatzes war nicht das größte Abenteuer was die Gemeinschaft erlebt hat, so wie der Klappentext verspricht. Zwar gibt es dort auch noch eine Schlacht (welche auch sehr knapp beschrieben wird), trotzdem fand ich die vorherigen Abenteuer mindestens genauso "groß" wie das "Hauptabenteuer". 


Fazit
Vom Hobbit hab ich mir mehr erwartet und ich verstehe auch mal wieder nicht wie man aus dem Buch zwei komplette Filme machen will. Da ich die einzelnen Geschichten und Charaktere jedoch mag, gibt es insgesamt ein neutrales Endergebnis. Trotzdem schade!




Das Buch in 3 Worten


phantasievoll ~ langatmig ~ abgehackt
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Freitag, 29. Juni 2012

Rezension: Nicholas Sparks - Das Lächeln der Sterne


Rezension



Autor: Nicholas Sparks
Titel: Das Lächeln der Sterne
Verlag: Heyne
Originaltitel: Nights in Rodanthe
Teil einer Reihe?:  Nein
Gebundene Ausgabe, 235 Seiten
Preis: 7.95€
ISBN-13: 978-3453873377


Klappentext
Adrienne Willis ist in tiefer Sorge um ihre Tochter Amanda. Seit dem Todes ihres Mannes ist Amanda in Trauer gefangen und bringt immer weniger Kraft auf, um für sich und ihre beiden kleinen Söhne zu sorgen. Um ihr Mut zu machen, beschließt Adrienne, Amanda ein Stück ihrer Vergangenheit anzuvertrauen, ein Geheimnis, das sie lange in ihrem Herzen verborgen hatte... 
Inhalt
Erster Satz
"An einem milden Novembermorgen im Jahr 1999 war Adrienne Willis zu der kleinen Familienpension zurückgekehrt."


Im Vordergrund steht die Geschichte von Adrienne und Paul, die sich an einem Wochenende in einer kleinen Pension kennen und lieben lernen und deren Schicksal es nicht gut mit ihnen meint.
Nach dem Tod ihres Mannes verliert Amanda den Boden unter den Füßen verloren und ihre Mutter Adrienne sich dazu gezwungen ihrer Tochter zurück ins Leben zu helfen und erzählt ihr eine Geschichte aus ihrem Leben, von der weder Amanda noch ihre Brüder etwas wussten.
Adrienne hat sich nach der Scheidung von ihrem Mann immer mehr zurückgezogen, hat nur noch für ihre Kinder gelebt und ihre Pflichten erledigt ohne etwas für sich und ihr Leben zutun. Nie hat sie daran gedacht, dass sie sich noch einmal verlieben könnte.
Paul, der die Scheidung von seiner Frau besser verkraftet hat, bereut es hingegen nie für seinen Sohn dagewesen zu sein und immer nur gearbeitet zu haben. Als bekannter und erfolgreicher Chirurg ist ihm nie ein Fehler passiert, als jedoch eine Patientin stirbt und ein Rechtsstreit ausbricht, bittet der Mann der verstorbenen Frau Paul um ein Gespräch. Kurzerhand entschließt Paul ihn zu besuchen und das für ihn zutun, bevor er sich auf seinen Weg zu seinem Sohn nach Afrika macht. In der kleinen Pension angekommen begegnet er Adrienne und es beginnt eine schöne Liebesgeschichte, die leider viel zu schnell für beide endet...


Zitat
"Sie hatte alles aufgegeben, was das Leben lebenswert machte - mit dem Ergebnis, so erkannte sie plötzlich in aller Deutlichkeit, dass sie vergessen hatte, wer sie wirklich war.(S. 141)

Meinung

Es war der erste Sparks den ich gelesen habe und ich fand ihn wundervoll, nur leider etwas zu kurz gefasst. Den Film hatte ich vorher gesehen, dieser hat mich jedoch nicht beeinflusst, die Figuren von Paul und Adrienne waren in meinem Kopf auch ganz anders als im Film. Die Schreibweise von Sparks ist einfach und gut verständlich, man kann die Seiten runterlesen und man möchte eigentlich gar nicht aufhören. Die Geschichte war einerseits außergewöhnlich, andererseits auch gewöhnlich und gerade das hat das Ganze so bezaubernd gemacht. 
Den deutschen Titel kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen... Wer auch immer sich den ausgedacht hat hätte dazu vielleicht eine Erklärung abgeben sollen.

Fazit
Ich kann dieses Buch durchaus weiterempfehlen, bin aber auch schon auf die anderen Sparks gespannt, die ich noch hier habe. Ich hoffe, dass er sich nicht immer so "kurz" fasst wie in diesem Buch, daher gibt es ein wenig Abzug, alles in allem aber dennoch sehr schön!




Das Buch in 3 Worten


traurig ~ gefühlvoll ~ Lebensgeschichte
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Sonntag, 24. Juni 2012

Rezension: Stephenie Meyer - Bis(s) zum ersten Sonnennstrahl - Das kurze zweite Leben der Bree Tanner


Rezension



Autor: Stephenie Meyer
Titel: Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl:
Das kurze zweite Leben der Bree Tanner
Verlag: Carlsen
Originaltitel: The Short Second Life Of Bree Tanner: An Eclipse Novella
Teil einer Reihe?:  Nein
Gebundene Ausgabe, 203 Seiten
Preis: 15.90€
ISBN-13: 978-3551582003

Website: www.stepheniemeyer.com

Klappentext
Ich beobachtete, wie sich sein Körper veränderte. Er kauerte sich auf das Dach, mit seiner Hand an der Kante. Seine ganze seltsame Freundlichkeit verschwand und er wurde zum Jäger. Das war etwas, das ich kannte, etwas, womit ich mich wohlfühlte, weil ich es verstand.
Ich schaltete mein Gehirn ab. Ich holte tief Luft und atmete den Geruch der drei Menschen da unten ein. Es waren nicht die einzigen Menschen in der Gegend, aber die, die uns am nächsten waren. Wen man jagen wollte, musste man entscheiden, bevor man seine Beute roch. Jetzt war es zu spät, um noch irgendetwas zu verändern.
Inhalt
Erster Satz
"Die Schlagzeile sprang mir sofort ins Auge: SEATTLE UNTER BELAGERUNG - ZAHL DER TODESOPFER STEIGT WEITER."


Bree, ist eine junge Neugeborene, welche am Ende von Teil 3 der Biss-Reihe, Biss zum Abendrot, auftaucht und in die Cullen-Familie aufgenommen werden möchte. Jane von den Volturi erlaubt dies jedoch nicht und so wird sie hingerichtet.
Das Buch erzählt, wie schon der Titel sagt, das Leben dieses jungen Mädchens. Bree, wird von Riley aufgelesen und anschließend von Victoria verwandelt. Seit dem lebt sie mit den anderen Neugeborenen in ihrem Versteck und geht nachts auf Jagd. Hauptthema dieses Buches ist ihre Freundschaft mit einem anderen Neugeborenen - Diego. Als beide herausfinden das Vampire bei Tag nicht verbrennen sind sie uneinig was sie tun sollen. Diego entscheidet sich jedoch dafür Riley darauf aufmerksam zu machen und so folgen beide diesem bis zu Victoria. Sie bekommen mit wie die Volturi, die sich nicht kennen, zu beiden kommen und das sie ihnen ein Ultimatum zur Vernichtung ihrer Feinde stellen. Von da an, ist beiden klar, dass sie nur aus einem Grund zum Vampir gemacht wurden: Um eine Armee für Victoria aufzustellen.
Anstatt davon zu laufen beschließt Diego jedoch Riley zu berichten, dass keine Gefahr am Tag für sie besteht und ist der Meinung das er ihm damit einen Gefallen tut, da sie so auch draußen kämpfen üben können - Das war das letzte mal das Bree Diego gesehen hat.
Bis zu der Schlacht mit den Cullens passiert nicht viel. Die anderen Vampire üben das Kämpfen, während Bree sich mit einem anderem Vampir anfreundet, welcher die Gabe hat für andere unsichtbar zu sein. Als es in die Schlacht geht bittet er Bree mit ihm wegzulaufen, doch die hofft darauf Diego in der Schlacht zu finden und mit ihm gemeinsam das Weite zu suchen. Ein folge schwerer Fehler, denn als sie dort ankommt, begreift sie, dass Riley sie belogen hat und sie selbst wird dieses Schlachtfeld auch nicht mehr verlassen.
Sie weiß jedoch das unter den Cullens ein Gedankenleser ist und so schildert sie Edward die ganze Geschichte in ihren Gedanken. 

Zitat
"Total geheimer Ninjaklub klingt viel cooler als diese ganze Sache mit den besten Freunde fürs Leben.(S. 65)

Meinung

Das Ende des Buches war mir bekannt, da ich auch die Biss-Reihe gelesen hab, daher wusste ich natürlich auch wie es für Bree enden wird und konnte nicht mehr überrascht werden. 
Überrascht hat mich jedoch die Widersprüchlichkeit von Meyer. In den Biss-Büchern beschreibt Jasper ziemlich genau wie sich Neugeborene verhalten und was sie ausmacht - In diesem Buch ist davon nicht viel zu sehen. Die Neugeborenen erscheinen auf den ersten Seiten zwar tatsächlich so ungebändigt und stark, auf den nächsten Seiten wird jedoch ganz schnell klar, dass sie nicht so unbesiegbar durch ihre Nachlässigkeit  und Blutgier sind. Sie fügen sich den Regeln von Riley und ihre Blutgier ist auch nicht so ungebändigt wie in den anderen Büchern beschrieben. Bree beschreibt ganz deutlich, dass ihr Durst nachlässt sobald sie getrunken hat - Und die Tatsache, dass sie sich nicht auf jeden Menschen stürzen, sondern gezielt nach Menschen suchen, zeigt auch, dass sie keine unkontrollierten Killer sind. 
Die Story von Bree und ihrer Freundschaft zu Diego war schön erzählt, jedoch auch nicht wirklich zu Ende gebracht. Im Großen und Ganzen, war diese Kurzgeschichte nichts halbes und nichts ganzes, es war eine Geschichte die irgendwo begonnen hat und irgendwie endet und dazwischen war viel Gerede um Nichts.
Einen Pluspunkt muss ich jedoch doch vergeben. Dass Bree in ihren Gedanken den Besuch der Volturi bei Victoria und deren Gespräch an Edward weitergibt, erklärt wieso die Cullens so misstrauisch den Volturi gegenüber sind und macht letztlich Brees zweites kurzes Leben doch noch sinnvoll für die Biss-Reihe.

Fazit
Weiterempfehlen würde ich dieses Buch nicht. Ich bin froh, dass ich es mir gebraucht gekauft habe, sonst hätte ich mich sehr geärgert. Ich wollte schon lange diesen kleinen Zusatzband lesen, hatte mir jedoch mehr davon erhofft. Auch wenn es am Ende eine kleine Information für die Biss-Reihe zulässt, ist der Rest jedoch eher unspektakulär und uninteressant. Das Leben der Neugeborenen wird in einem Kapitel von Jasper besser beschrieben, als in diesem ganzen Buch zum Ausdruck kommt. Daher kann ich hier leider nur ein mageres lila vergeben (2 Sterne).





Das Buch in 3 Worten


ereignislos ~ langweilig ~ nichtssagend
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Rezension: Monika Peetz - Sieben Tage ohne


Rezension



Autor: Monika Peetz
Titel: Sieben Tage Ohne
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Teil einer Reihe?:  Nein
Taschenbuch, 336 Seiten
Preis: 9.99€
ISBN-13: 978-3462044102


Klappentext
Die Dienstagsfrauen gehen fasten...
Fünf ungleiche Freundinnen, ein gemeinsames Ziel: Entschleunigen, entschlacken, abspecken, so lautet das Gebot der Stunde. Sieben Tage ohne Ablenkung. Kein Telefon, kein Internet, keine Männer, keine familiären Anforderungen und beruflichen Pflichten. Leider auch sieben Tage ohne Essen. Theoretisch jedenfalls.
Die schwerste Prüfung jedoch steht Eva bevor. Hinter den dicken Mauern des Burghotels im Altmühltal, in das sich die fünf Freundinnen zum Heilfasten begeben haben, macht sie sich auf die Suche nach ihrem unbekannten Vater. Und entdeckt, dass man manche Familiengeheimnisse besser ruhen ließe...
 
Inhalt
Erster Satz
"Es war einer dieser Tage."


Die fünf Freundinnen, welche sich durch einen Französisch-Sprachkurs kennen, verabreden sich jeden Monat an einem Dienstag um sich auszutauschen und ihrer Freundschaft Platz einzuräumen. Außerdem fahren sie jedes Jahr gemeinsam in den Urlaub um Ruhe und Entspannung ohne Familie und Beruf erleben zu können. Dieses Mal geht es, auf Evas Drängen hin, ins Altmühltal zum Heilfasten. Eva möchte sich dort auf die Suche nach ihrem Vater machen, den ihre Mutter ihr immer verschwiegen hat.  Dort angekommen geht ihre Arbeit als Geheimdetektiv los und sie erfährt nicht nur wer ihr Vater ist sondern auch einiges mehr über ihre Mutter und das Leben was sie früher einmal geführt hat.
Neben Eva haben jedoch auch die anderen Freundinnen mit ihren Problemen zu kämpfen. Zum einen ist da Judith die schon lange auf der Suche nach einem neuen Mann ist und ausgerechnet dort jemanden findet mit dem es vielleicht klappen könnte.
Caroline, die sich von ihrem Mann Philipp getrennt hat und nun eine heimliche Beziehung führt, denen sie bisher den Freundinnen verschwiegen hat, erkennt auf dieser Reise sich selbst und überrascht am Ende mit einer Entscheidung, mit der niemand rechnet.
Und zu guter Letzt ist da auch noch Kiki, die mit Freund und Kind und ohne richtigen Job dasteht - Und deren Leben sich aufzulösen scheint - Bis auch sie sich die Worte des Fasten-Mentors zu Herzen nimmt und sich alles für sie zum Guten wendet.


Zitat
"Besonders romantisch finde ich es nicht, dass ich möglicherweise zwischen Kühen gezeugt worden bin.(S. 244)

Meinung

Den ersten Roman der "Dienstagsfrauen" habe ich nicht gelesen, empfand das jedoch nicht als Nachteil, da dies ja eine Reihe mit abgeschlossenen Einzelgeschichten ist. Das Buch ist einfach geschrieben und amüsiert an der ein oder anderen Stelle ganz schön. 
Die Charaktere an sich hatten zwar eine schöne und teils ungewöhnliche Geschichte, so richtig mit ihnen anfreunden konnte ich mich jedoch nicht. Dadurch das es hier um fünf Frauen und ihre Familien geht kommen halt alle irgendwie ein wenig zu kurz und sich ein gutes Bild von jeder einzelnen zu machen fällt deutlich schwerer, als wenn es nur ein oder zwei Protagonisten gibt. 
Die Hauptstory um Eva und ihren Vater überrascht am Ende dann jedoch, obwohl der Klappentext es da doch etwas zu dramatisch macht, meiner Meinung nach. 
Schade finde ich auch, dass die Geschichte von Judith nicht wirklich zu Ende erzählt wurde, und welche Probleme die fünfte Frau Estelle hat wird völlig weggelassen. Scheinbar ist sie mit ihrem Leben so zu frieden wie es ist, ihr einziger Grund mit auf diese Fastenkur zu kommen, besteht darin wieder in ihr Chanel-Kleid zu passen - Ein sehr merkwürdiger Charakter. 
Alles in allem wird trotzdem versucht das Leben von vier Frauen auf knapp 300 Seiten zu beschreiben, ihre Probleme zu lösen und Geheimnisse aufzudecken - Das das nicht gut klappen kann wird sich jeder denken können - Die Geschichten sind nichts halbes und nichts ganzes und der Leser wird von einem zum anderen gehetzt.
Das Fasten und die Hintergründe von allem wurden im Buch grob umrissen jedoch auch nicht genauer drauf eingegangen, warum das ganze so gut und toll ist und was das Ganze letztlich bewirkt wird auch nur am Rande bemerkt. Schade, denn das Thema hätte noch mehr Potenzial gehabt. 

Fazit

Das Buch ist für zwischendurch gut geeignet. Ein bisschen Abwechslung aus dem Alltag, ein bisschen Lachen und mit den fünf Frauen in die Burg abtauchen um Geheimnisse herauszufinden. Zu viel erwarten sollte man jedoch nicht, und wer sich wirklich über das Fasten und die Auswirkungen informieren möchte, sollte besser zu einem Fachbuch greifen, denn viel wird darauf nicht eingegangen. Der Klappentext verspricht leider mehr Spannung als das sie im Buch entsteht, trotzdem überrascht das Ende - Hätte ich es mir gekauft, wäre ich jedoch enttäuscht, daher kann ich leider nur ein neutrales, sattes grün vergeben.




Das Buch in 3 Worten


lustig ~ überraschend ~ gehetzt


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Montag, 18. Juni 2012

Rezension: Nina Blazon - Faunblut


Rezension



Autor: Nina Blazon
Titel: Faunblut
Verlag: cbt
Teil einer Reihe?:  Nein
Gebundene Ausgabe, 480 Seiten
Preis: 18.95€
ISBN-13: 978-3570160091 

Website: www.ninablazon.de

Klappentext
Seine Haut roch nach Wald und Winter.
Nach Moosen und Farn, und ein wenig auch nach Schnee. Es war ein Duft, der sie schwindelig machte und verwirrte.
 
Jade und Faun - die Geschichte einer unmöglichen Liebe in einer Stadt am Rande der Zeit.
Inhalt
Erster Satz
"Auf den ersten Blick sahen sie erschreckend menschlich aus."


Jade ist keine gewöhnliche junge Frau die versucht ihren Platz im Leben zu finden. Sie hat eine ungewöhnliche Gabe, von der sie noch nicht weiß, ob diese gut oder schlecht ist. Sie weiß jedoch, dass die, von ihrer König deklarierten Ungeheuer nicht ganz so gefährlich sind, wie alle es glauben. Sie begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit, was hat es mit den Echos auf sich? Woher kommen sie? Und warum töten sie Menschen?
Auf ihrer Suche nach Antworten gerät sie immer mehr in die Rolle der Aufsässigen und Rebellin, bis sie sich schließlich selbst eingesteht diese wirklich zu sein. Auf ihrer Suche nach sich selbst, findet sie eine junge mutige und selbstbewusste Frau, die ihr Leben aufs Spiel setzt um ihre Freiheit zu gewinnen und die Wahrheit über sich, ihre Vergangenheit und damit die Zukunft herauszufinden.
Als wäre das nicht genug, verliebt sie sich in ihren Feind - Der gar nicht ihr Feind sein möchte. Faun ist all das was sie will, denn das kann sie nicht haben. Bis sich plötzlich alles ändert und Faun ein genauso freier Mensch wie Jade ist. 


Zitat
"Du sagst, es gibt nichts Schlimmeres als den Tod, Laurin, aber das ist nicht wahr. Die Liebe ist das schlimmste Gift von allen.(S. 336)

Meinung

"Faunblut" ist mein erster Roman von Nina Blazon und ich bin restlos begeistert! Am Anfang dachte ich erst "Hm... Schiffe... Flussleute... Ist nicht so meins" - Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass das nicht das Topic des Buches ist und so konnte mich das Buch doch noch für sich gewinnen. Das Buch ist einfach geschrieben, man kann schnell und einfach die Seiten runterlesen und es gibt keine endlos langen Sätze die man 2 oder 3 Mal lesen muss bevor man den Inhalt verstanden hat. 
Die Story an sich fand ich wirklich originell und mal was Neues. Auch wenn ich persönlich diese ganze "Technik" mit den Echos und wie sie dann leben und darum laufen nicht ganz verstanden hab - Aber gut, vielleicht liegt das einfach daran das ich immer verstehen will wie das funktionieren soll. 
Die zweigeteilten Geschichten wurden meiner Meinung nach auch gut umgesetzt und nichts ist zu kurz gekommen - Weder die Liebesgeschichte, noch die Geschichte rund um die Rebellion und den Sturz von Lady Mar. Beide Handlungen haben mir auch gut gefallen und ich fand es schön und gut nicht eine ganz so kitschige Liebesgeschichte zu haben, sondern eine für das Buch durchaus realistische und abwechslungsreiche, mehr oder weniger einfach gehaltene Story. 
Der Charakter von Jade hat mich wirklich sehr überrascht und ich mochte sie wirklich gerne. Wie sie selbst ihre Veränderung wahrnimmt, darüber denkt und berichtet und sich entwickelt hat mich schwer beeindruckt und ein bisschen wünschte ich, ich könnte mehr wie sie sein. Sie ist definitiv ein Charakter den ich gerne mal "kennen lernen" würde. Faun und Martyn konnten mich beide nicht ganz von sich überzeugen, aber gerade Martyn kam in dieser Geschichte natürlich auch nur relativ kurz vor. Von Faun und seinem Verhalten war ich nicht immer überzeugt, fand das Ende der zwei dann jedoch trotzdem gelungen und finde auch das Beide es verdient haben. 
Gefreut hat mich auch, dass die Innengestaltung des Buches mal Etwas abwechslungsreicher war, was aber vielleicht daran liegt, dass es ein Hardcover ist und ich selten Hardcover Bände lese. Die Schrift der Überschriften und die Tatsache, dass jedes Kapitel auch eine eigene Überschrift bekommen hat, fand ich eine schöne Idee. 

Fazit

Das Buch ist für eine ganz klare Empfehlung! Eine märchenhafte Fantasy-Geschichte, die eine etwas andere Lebewesenart und Lebenswesie beschreibt und sich nicht an vorgefertigte Bedingungen heftet. Ein Ende, welches kein richtiges Ende ist und trotzdem etwas vom "Happy End" hat - "Faunblut" wird nicht der letzte Band von Nina Blazon in meinem Regal bleiben.




Das Buch in 3 Worten


märchenhaft ~ spannend ~ gefühlvoll


Weitere Werke


Freitag, 15. Juni 2012

Rezension: Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes


Rezension





Autor: Carlos Ruiz Zafón
Titel: Der Schatten des Windes
Verlag: Suhrkamp
Originaltitel: La sombra del viento
Teil einer Reihe?:  Nein
Taschenbuch, 563 Seiten
Preis: 9.99€
ISBN-13: 978-3518458006

Klappentext
Als der junge Daniel den geheimnisvollen »Friedhof der vergessenen Bücher« betritt, ahnt er nicht, dass sein Leben eine dramatische Wende nehmen wird. Der Schatten des Windes, das Buch, das er für sich auswählen darf, wird ihn nicht mehr loslassen. Immer mehr taucht Daniel in die faszinierende Handlung des Romans ein, und auch sein eigenes Leben scheint sich den Gesetzen dieser Geschichte zu unterwerfen...
Inhalt
Erster Satz
"Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater zum ersten Mal zum Friedhof der vergessenen Bücher mitnahm."


In diesem Buch geht es um Julián Carax, der sich selbst in dem Leben von Daniel Sempere wiederfindet und versucht diesen vor dem Ende zu bewahren, das er selbst erlebt hat. Die Geschichte von Carax wird immer mehr zu Daniels Geschichte und ohne zu wissen warum verbindet beide Männer ein ähnliches Schicksal. Während Daniel versucht Carax' Geschichte zu ergründen und sich damit auf sehr gefährliches Gebiet begibt, versucht dieser Daniel zu beschützen und die Fehler, die er begannen hat, nicht zu wiederholen.
Daniel erfährt immer mehr über das Leben von Julián und gerät somit auch automatisch in das Visier eines brutalen Polizisten, der es schon seit Kindertagen auf Julián abgesehen hat. Mehrmals begibt er sich in viele Gefahren und nebenbei spielt auch seine große Liebe eine nicht unwichtige Rolle...

Zitat
"Die Glocken der Kathedrale schlugen Mitternacht, als ich Nuria Monforts Manuskript zu lesen begann. Ihre kleine, ordentliche Schrift erinnerte mich an die Reinlichkeit ihres Schreibtischs, als hätte sie in den Worten den Frieden und die Sicherheit gesucht, die ihr das Leben versagt hatte.(S. 417)

Meinung

Nun, ich muss zugeben ich hab mich erst ein wenig gesträubt dieses Buch zu lesen. Ich hab "Das Spiel des Engels" vor 2 Jahren (glaub ich) gelesen und das war ein Buch was sich wirklich hingezogen hat. Ich hab lange gebraucht um mich darein zu finden. Irgendwann hatte es mich aber gepackt und ich konnte es nicht mehr weglegen. Trotzdem hatte ich auch die Befürchtung das es beim "Der Schatten des Windes" ähnlich sein würde, und ich wollte nicht unbedingt ein weiteres Buch anfangen, weil ich am Anfang wieder nicht so wirklich "reinkomme". 
Letztlich hab ich dann doch zu dem Roman gegriffen und es keine Minute bereut. Von Anfang an war ich in der Geschichte drin, und wollte ebenso wie Daniel herausfinden was mit Julián Carax passiert ist, was mit Daniel passiert und wie sich das Ganze am Ende auflöst. Das Buch wurde mein treuer Begleiter, in das ich fast jede freie Minute meiner Zeit gerne investiert habe. 
Zafón schafft es einen mitzureißen. Wenn es auch beim "Spiel des Engels" etwas länger bei mir gedauert hat, so würde ich trotzdem auch für dieses Buch eine ziemlich gute Note abgeben.
"Der Schatten des Windes" hat mir sehr gut gefallen, die Protagonisten und auch Nebenfiguren sind mir direkt sympatisch gewesen, auch wenn die ein oder andere Nebengeschichte, meiner Meinung nach, noch etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. So hätte ich mir eine Auflösung der Person Fermín sehr gewünscht - Man erfährt leider nicht ob die Geschichten, die er erzählt wirklich der Wahrheit entsprechen oder Hirngespinste eines armen Bettlers sind. 
Was mir auch sehr gefallen hat, war die Tatsache, dass, trotz der düsteren Stimmung des Buches an sich, Zafón es geschafft hat einen immer wieder ein Schmunzeln abzuringen. Ob es die Verrücktheit von Fermín oder aber die Geilheit eines alten Opa's im Altenheim war - Es gab immer wieder auch aufmunternde und lustige Stellen in diesem Buch, die es zu dem guten Buch gemacht haben, das es ist.  

Fazit

Ich finde dieses Buch, ebenso wie den Folgeband "Das Spiel des Engels" auf jeden Fall empfehlenswert! Zafón schreibt auf eine unglaublich mitreißende und spannende Art, seinem Schreibstil kann man gut folgen und auch seine detailreichen Beschreibungen geben dem ganzen einen ganz besonderen Charme. Volle Punktzahl für Herrn Zafón! 




Das Buch in 3 Worten


Liebe ~ spannend ~ mitreißend 


Weitere Werke


Freitag, 1. Juni 2012

Rezension: Simon Beckett - Tiere


Rezension



Autor: Simon Beckett
Titel: Tiere
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Originaltitel: Animals
Teil einer Reihe?:  Nein
Taschenbuch, 288 Seiten
Preis: 9.99€
ISBN-13:978-3499249150
Website: www.simonbeckett.de

Klappentext
Nigel ist sicherlich nicht der Hellste. Aber er ist meistens ganz guter Laune. Im Büro gibt es immer etwas zu kopieren, und außerdem sind da Cheryl und Karen. Auch im Pub, den seine Eltern früher führten und in dem Nigel jetzt wohnt, fühlt er sich wohl. Es gibt hier zwar kein Bier und keine Zigaretten mehr, aber Nigel interessiert sich sowieso mehr für Fernsehen und Comics. 
Und dann ist da noch der Keller. Hier hält Nigel seine Mitbewohner. Dass die nicht freiwillig da unten wohnen, stört Nigel nicht...
Inhalt
Erster Satz
"Ich hasse es, wenn Karen mit mir flirtet."


Nigel ist ein etwas anderer Mensch. Er liest Comics, schaut sich Walt Disney-Filme und Zeichentrick-Serien an und versteht von der Welt draußen nicht viel. Seine Erziehung bestand hauptsächlich darin ihn vor allem schlechten und bösen zu behüten, wobei mit schlecht und böse eigentlich alles gemeint ist. Diese Erfahrungen begleiten ihn auch noch im Erwachsenenalter, er verbietet sich zu fluchen oder ein böses Wort zu sagen - Einer Frau zu nah zu kommen, auch nur in Gedanken, löst in ihm sofort Gewissenbisse aus. Jedoch hat Nigel auch eine ganz andere Seite. In seinem Keller hält er nämlich Menschen gefangen, die in seinen Augen nichts besseres sind als Tiere. Prostituierte, Penner und Schmarotzer, die er angelockt hat um sie dann in seinem Keller zu halten. Warum er dies tut, scheint er jedoch selbst nicht zu wissen. Es ist einfach so. In Nigels einfacher kleinen Welt sind diese Menschen nichts mehr als Tiere und diese müssen auch so behandelt werden. Gehorchen sie nicht, bekommen sie einen Eimer Wasser über oder bekommen nichts zu fressen. Auch wenn Nigel sie gut behandeln möchte, denn immer wenn sie sich nicht benehmen und er sie bestrafen muss bekommt er ein schlechtes Gewissen, muss er doch manchmal streng mit den Tieren und sich selber sein - Auch wenn ihn das traurig macht.

Zitat
"Aber ich stand richtig neben mir. Wie ferngesteuert steckte ich das Video in den Recorder. »Ich hoffe nur, der Film ist gut«, meinte Pete, und Karen sagte ihm, er soll den Mund halten. [...] »Ich kann auch einen anderen einlegen, wenn du willst. Ich habe auch Bambi, wenn ihr wollt«, sagte ich. Sie starrten mich an.
»Meinst du den echten Bambi-Film?«, fragte Pete. »Ja.« ,sagte ich, »mit Klopfer und so.«
Niemand sagte etwas. Dann lachten sie sich mit einem Mal kaputt.
(S. 243)

Meinung

"Tiere" ist der letzte Band der Beckett-Werke, die nicht der David-Hunter-Reihe angehören, welches ich gelesen hab. Und im Vergleich zu den anderen drei (Obsession, Voyeur und Flammenbrut) auch der schlechteste. Beckett selbst schreibt, dass Nigel ein Täter sein soll, für den man als Leser jedoch trotzdem Sympathien entwickelt. Nun - Mir ist das nicht gelungen. Nigels Geschichte, die im Buch ja auch erzählt wird weckt Mitleid, aber keine Sympathien. Zudem erscheint die Geschichte für mich nicht stringent zu sein - Seine Erziehung oder das Verhalten der Eltern ihm gegenüber haben überhaupt keinen Bezug auf sein Verhalten gegenüber den Menschen, von denen er meint sie seien Tiere. Auch wird im Buch nirgendswo erwähnt, warum Nigel das tut. Dass er wirklich ein etwas zurückgebliebener Junge ist, der einfach meint das es so richtig ist, lässt sich hier nur vermuten. Denn ein Ziel verfolgt er nicht und Gründe legt er auch nicht an den Tag. 
Die Person des Nigels ist für mich also nicht wirklich nachvollziehbar und im Vergleich zu den Protagonisten der anderen Bücher erscheint Nigel als ein Mensch, der irgendwie gar kein richtiger Mensch ist.
Die Story an sich fand ich dennoch recht interessant. Auch die Schreibart von Beckett, welcher aus der Sicht von Nigel schreibt, ist einfach und flüssig, sodass das Buch in zwei Tagen durchgelesen war. Der Plot um Nigel und seinen Besuch nimmt überdimensionale Maßstäbe an, da bei Nigel so etwas noch nie vorgekommen ist. Er erlebt das alles zum ersten Mal und die Beschreibungen seiner Gefühle und Gedanken sind wirklich faszinierend. 
Was auch ganz interessant an diesem Buch war, ist die Tatsache, dass man von Anfang an bescheid weiß, was da vor sich geht. Es gibt kein großes Rätselraten oder Drumherumgerede - Von Anfang an ist alles offen und ehrlich. Ich finde das macht dieses Buch dann letztlich doch noch zu etwas Besonderem - Eine offene und ehrliche, wenn nicht sogar kindliche, Art mit Dingen umzugehen die gar nicht normal sind, jedoch in der Welt und im Kopf des Protagonisten es sind. 
Einen wirklichen Spannungsaufbau gibt es in dem Buch nicht - Es ist alles ziemlich nüchtern und erzählend geschrieben. Dadurch entstehen jedoch auch ziemlich langatmige Passagen und Kapitel, da wirklich nicht viel passiert, außer dass Nigel einkaufen geht oder sich ein Video ausleiht. Aber diese Normalität die er an den Tag legt, obwohl er zu Hause sich besondere Tiere hält, ist einfach etwas wirklich Unfassbares. 

Fazit

Eine Kaufempfehlung würde ich für das Buch jedoch nicht aussprechen. Die anderen Werke empfinde ich da als weitaus besser und lesenswerter. Dennoch hatte das Buch einen gewissen Reiz, auch wenn ich manchmal nur weitergelesen hab, weil ich mir dachte - Da muss doch noch was kommen. Auf meinem ph-O-Meter bekommt es deshalb die neutrale, grüne Farbe, weder besonders gut, noch besonders schlecht.




Das Buch in 3 Worten


langatmig ~ weltfremd ~ schwarzer Humor


Weitere Werke



Montag, 28. Mai 2012

Rezension: Oscar Wilde - Das Bildnis des Dorian Gray


Rezension



Autor: Oscar Wilde
Titel: Das Bildnis des Dorian Gray
Verlag: Insel
Originaltitel: The Picture Of Dorian Gray
Teil einer Reihe?:  Nein
Paperback, 298 Seiten
Preis: 7.00€
ISBN-13:978-3458351238

Klappentext
Der junge Dorian Gray spürt heftiges Verlangen nach ewiger Schönheit, dem Garanten für andauernde Sinnesfreuden. Zur Erfüllung seines Traums schließt Gray einen Teufelspakt: Er verpfändet seine Seele. Statt seiner wird in Zukunft ein Porträt von ihm altern. Doch der Vertrag ist befristet, und am Ende fordert die gestundete Vergänglichkeit ihren bitteren Preis.
Inhalt
Erster Satz
"Das Atelier war durchströmt vom starken Geruch der Rosen, und wenn der leichte Sommerwind über die Bäume des Gartens strich, kam durch die offene Tür der schwere Duft des Flieders oder der zarte Hauch der Rotdornblüten."




Als der junge Dorian Gray vor seinem frisch gemalten Bildnis steht, ahnt er nicht was er heraufbeschwört, als er seinen Wunsch äußert das doch dieses Bild altern möge und ihm seine Jugend und Schönheit erhalten bleibe. Die Geschichte nimmt weiter seinen Lauf, bis Dorian bemerkt, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist - Mehr als das. Das Bild altert nicht nur für ihn sondern nimmt auch seine Sünden auf, so dass Dorian seine jugendhafte Schönheit und Unbeflecktheit nie verliert. Viele Jahre verbringt er damit sein Leben in Sünde zu leben, immer wieder nah am Wahnsinn, da er sich bewusst ist, dass er seine Seele verloren hat. Immer wieder versucht er sich zu retten, scheitert jedoch jedes Mal aufs Neue. Das Ganze mündet in einem Mord und letztlich in seinem eigenen Tod, den er in einem Anfall des Wahnsinns selbst heraufbeschwört...

Zitat
"»Gute Vorsätze sind nutzlose Versuche, Naturgesetze umzustoßen. Ihr Ursprung ist lediglich Eitelkeit. Ihr Erfolg ist vollkommen gleich Null. Sie verschaffen uns dann und wann jene unfruchtbaren Lustempfindungen, die einen gewissen Reiz für schwache Menschen besitzen. Das ist alles, was man zu ihren Gunsten vorbringen kann. Sie sind nichts anderes als Schecks, die man auf eine Bank ausstellt, bei der man gar kein Konto hat.«"(S. 109)

Meinung
Oscar Wilds Klassiker war immer schon eins der Bücher, welches ich lesen wollte. Nach dem Auftritt des Dorian Gray in "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" konnte ich es kaum erwarten. Trotzdem hat es noch einige Jahre gebraucht bis ich mir das Buch zugelegt habe und bis heute hat es gedauert bis ich es gelesen habe. 
Ich habe lange gebraucht um in das Buch reinzukommen und auch zwischendrin gab es immer wieder Phasen, in denen ich am liebsten aufgehört hatte - Es war zeitweise schon eine Qual weiterzulesen. 
Dagegen stellen sich jedoch die Kapitel in denen es unglaublich spannend war und ich es gerne gelesen habe. Leider war das Verhältnis nicht sonderlich ausgewogen. Lange Monologe, die oftmals zwar interessant waren, haben es jedoch schwer gemacht zu folgen und man musste sich schon ziemlich konzentrieren. Das spricht natürlich nicht gegen das Buch, macht es jedoch schwer mehrere Stunden und Seiten nacheinander zu lesen. Besonders schwer fiel mir ein Bereich des Mittelteils in dem Wild Dorians Lebensstil beschreibt - Geschätzte 10 Seiten, was er alles gesammelt hat und welche Farben und Formen dies und das hatte. Das war der Höhepunkt der Langeweile, danach wurde es jedoch bis zum Ende hin spannend, trotz langer Monologe und Dialoge zwischen Dorian und seinem Wissenschaftlerfreund Henry. 
Die Person des Dorian hat mir dagegen sehr gefallen. Seine innere Zerrissenheit und sein Wandel am Rande des Wahnsinns werden immer wieder gut dargestellt. Es zeigt sich immer wieder, dass Dorian ein intelligenter Mann ist, der weiß, dass er von seinen Sünden nicht davon laufen kann und sie ihn irgendwann einholen. 
Die zwei Haupt-Nebenfiguren, der Maler Basil Hallward und Lord Henry Wotton, lassen sich nicht ganz so gut einschätzen. Der Maler, welcher von Dorian besessen ist, scheint nur das Beste für ihn zu wollen und ein guter Mensch zu sein. 
Lord Henry ist ein Sünder seiner Zeit und macht daraus auch keinen Hehl. Er pflanzt Dorian seine Gedanken und Einstellungen ein und verführt ihm im Grunde zu seinen Sünden. Ohne ihn wäre Dorian vermutlich so weit gefallen, weshalb man ihm vielleicht nicht direkt den Bösen nennen kann, jedoch auch nicht einen Menschen, der immer das Beste im Sinn hat. Ohne ihn wäre jedoch vieles nicht so interessant geworden und mit vielen seiner Ansichten hat Henry auch Recht - Oftmals waren seine Worte die, die das Lesen auflockerten und mir ein Lächeln ins Gesicht zauberten, da er schön sarkastisch sein konnte und tolle Vergleiche an den Tag legte.
Das Ende kam überraschend, ich habe ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass Dorians Wahnsinn derartige Formen annehmen kann. Im Nachhinein macht das Ganze jedoch schon Sinn - Er versucht sich von seinen Sünden loszuwaschen, wird jedoch vom Bild zurechtgewiesen, dass er das nicht kann und das durch und durch ein sündiger und schlechter Mensch ist, der, sogar wenn er Gutes tun möchte, schlechtes vollbringt. Dass diese Erkenntnis ihn in den Abgrund stürzt ist nachvollziehbar. 

Fazit

Alles in allem würde ich das Buch weiterempfehlen. Zum einen ist es ein Klassiker, der jeder einmal gelesen haben sollte, zum anderen beherbergt es viele Wahrheiten, die auch noch auf unsere heutige Zeit zutreffen. Es ist ein Buch was einem zum nachdenken anregt - Was wäre wenn man uns unsere Sünden und Alter nicht anmerken würde? Würde wir anders leben, anders sein? Deshalb vergebe ich 



Trotz vieler langweiliger Passagen, überwiegt das Positive und vor allem die Quintessenz des Ganzen. Die Verfilmung habe ich noch nicht gesehen, habe jedoch auch nicht so viel Gutes davon gehört - Letztlich ist es wohl auch schwer innere Monologe, auf denen der größte Teil des Buches aufbaut, gut zu verfilmen.

Das Buch in 3 Worten


philosophisch ~ gesellschaftskritisch ~ sarkastisch



Montag, 21. Mai 2012

Rezension: Charlaine Harris - Dead until dark


Rezension



Autor: Charlaine Harris
Titel: Dead until dark
Verlag: ACE
Teil einer Reihe?:  Ja, 1. Band "The Sookie Stackhouse Novels"
Paperback, 292 Seiten
Preis: 6.30€
ISBN-13: 978-0441008537
Website: www.charlaineharris.com

Klappentext
Sookie Stackhouse is a small-time cocktail waitress in small-town Louisiana. She's quiet, keeps to herself, and doesn't get out much - not because she's not pretty - she's a very cute bubbly blonde - or not interested in a social life. She really is . . . but Sookie's got a bit of a disability. She can read minds. And that doesn't make her too dateable.
And then along comes Bill: he's tall, he's dark and he's handsome - and Sookie can't 'hear' a word he's thinking. He's exactly the type of guy she's been waiting all her life for.
But Bill has a disability of his own: he's fussy about his food, he doesn't like suntans and he's never around during the day . . . Yep, Bill's a vampire. Worse than that, he hangs with a seriously creepy crowd, with a reputation for trouble - of the murderous kind.
And then one of Sookie's colleagues at the bar is killed, and it's beginning to look like Sookie might be the next victim . . .
Inhalt

Erster Satz

"I'd been waiting for the vampire for years when he walked into the bar."




Sookie Stackhouse ist eine junge Frau, welche die Fähigkeit besitzt Gedanken zu lesen. Dass dies nicht nur Vorteile mit sich bringt, zeigt die Tatsache, dass ihre Dates nie gut enden und sie immer noch Single ist. Eines Tages tritt Vampir Bill Compton in ihr leben und zum ersten Mal muss Sookie keine Schutzmauer um sich herum aufbauen um seine Gedanken auszublenden - Seine Gedanken kann sie nämlich nicht hören. Mit seinem Auftauchen beginnen jedoch auch brutale Morde in der kleinen Stadt Bon Temps. Während Sookie gegen Vorurteile wegen ihres Vampirfreundes kämpfen muss, muss sie sich gleichzeitig auf die Suche nach dem wahren Frauenmörder begeben, um ihrem Bruder Jason vor dem Gefängnis zu retten.

Zitat
"»I'm sorry I was fool enough to call 911 yesterday. If I'd realized that wasn't your blood, I'd have taken you into Sam's trailer and cleaned you up and burned the tape. I was just so scared that was your blood.« And I felt my eyes fill." (S. 270)

Meinung
Zunächst muss ich anmerken das ich, bevor ich das Buch gelesen habe zuerst die Serie True Blood gesehen habe. Demnach wusste ich schon was in dem Buch passiert, wer der Mörder ist und wie es sich mit Bill und Sookie entwickelt. Vielleicht ist das ein Grund warum ich für dieses Buch fast ein halbes Jahr gebraucht habe um es bis zum Ende zu lesen.
Die Geschichte an sich finde ich recht spannend, die Person Sookie ist außergewöhnlich - Nicht nur, dass sie Gedanken lesen kann, sondern auch wie sie in der Gesellschaft dasteht, wie sie sich verhält und wie sich ihre Gedanken immer wieder um die Frage drehen: Wieso bin ich so anders? 
Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Bill entwickelt sich einerseits langsam, andererseits jedoch ziemlich schnell. Es scheint nicht ganz klar zu sein was Sookie eigentlich genau will. An manchen Stellen ist sie abweisend, möchte alleine sein, nur um gleich darauf wieder wilden Sex mit ihrem Bill haben zu wollen. Auch ihre Gefühle für ihren Chef Sam, ein Formwandler, scheinen nicht ganz eindeutig zu sein. Kurzum: Gefühlsmäßig scheint da einiges an Verwirrung zu herrschen, welches in den Folgebänden vielleicht etwas klarer wird.
Zur Mordserie möchte ich nicht all zu viel sagen, da ich da durch die Serie vermutlich zu voreingenommen bin. Die Szenen wurden teilweise ziemlich brutal beschrieben und besonders das Ende hat mich zutiefst geschockt, da das doch anders war als in der Serie.
Der Schreibstil ist auch auf Englisch recht einfach gehalten, es ist kein Buch bei dem man sich anstrengen muss es zu lesen, daher habe ich es gerne in der Bahn nach der Uni zum Entspannen gelesen. Das Ende des Buches ist ein klarer Cliffhanger zum nächsten Band - Sookie bekommt von einem anderen Vampir Blumen geschickt und Bill ist zu einer Art Obervampir aufgestiegen, um sie vor eben diesem Vampir zu schützen. 

Fazit

In vielen Dingen fand ich das Buch besser als die Serie. Was mich jedoch ein bisschen gestört hat, war die Einsichtigkeit des Romans - Es gibt kein Nebenstorys wie in der Serie. Alles dreht sich um Sookie und ihr Leben. Deshalb vergebe ich 


an den ersten Teil der Reihe. Wohl wissend das sich die anderen Teile in der Hinsicht wohl nicht viel unterscheiden werden. Da ich von der Idee trotz allem angetan bin, kann ich dieses Buch an alle empfehlen, die nicht auf "Kitsch-Romanza" à la Bella & Edward raus sind und denen ein wenig Brutalität und Leidenschaft nichts aus macht. 

Das Buch in 3 Worten
andersartig ~ spannend ~ romantisch 


Weitere Werke